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	<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 16:12:08 +0000</pubDate>
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		<title>Planwirtschaft ist machbar, Frau Nachbar</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 16:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist möglich, mit Twitter, Logistiksoftware und weiteren Kooperationswerkzeugen einen eigenbestimmten Warenkreislauf zu schaffen, der nicht durch Konzerne kontrolliert wird und der nicht der Profitmaximierung unterworfen ist. Es ist eine Macht- und keine Machbarkeitsfrage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<strong>1.000 kg Kartoffeln >0,65Eur/kg *22.11.09 #Food-Koop</strong>&#8221; twittert der Dürener Bauer am 1.11.09. Fast zeitgleich schickt auch eine kolumbianische Bananenkooperative einen Tweet: &#8220;<strong>1.000 kg Bananas >1,23$/kg *24.11.09 #Food-Koop</strong>&#8220;.</p>
<p>Früher gab es noch einen kleinen Laden im Dorf, doch der hat mit dem Tod der Besitzerin vor 20 Jahren dicht gemacht. Aber seit sechs Monaten gibt es eine Food-Koop in Vettweiß. Sie wurde von der ehemaligen Grünen Doris Leske-Müllerjan gemeinsam mit der gleichaltrigen evangelischen Pfarrerin des Ortes gegründet. Sie waren es leid, immer die 20 km nach Düren zum Wochenmarkt fahren zu müssen, um gesundes Obst und Gemüse einzukaufen. Doris hatte während ihrer Studienzeit in den 90ern in Köln, wo sie zeitweise in einem besetzten Haus lebte, schon einmal bei einer Food-Koop mitgemacht, die gut funktioniert hatte. Zu Bestzeiten machten dabei über 80 Leute mit. Grundprinzip war, dass jeder monatlich eine gewisse Stundenanzahl, selten mehr als 5 Std/Monat, in der Food-Koop, die im Keller eines besetzten Hauses beheimatet war, arbeiten musste. Entweder Verwaltungs- oder Einräum- oder Transportarbeiten. Jedes Food-Koop-Mitglied hatte einen Schlüssel zum Raum und konnte einkaufen, wann er wollte. Jeder rechnete eigenverantwortlich ab und legte das Geld in eine offene Kasse. Die Food-Koop funktionierte vier Jahre sehr gut, dümpelte dann noch ein Jahr vor sich hin und wurde dann geschlossen, weil in dem Raum ein Info-Laden eingerichtet wurde. Der finanzielle Überschuß von 2.340 DM wurde einer Nicaragua-Brigade mitgegeben, die damit eine Brücke über einen kleinen Fluß im Norden von Nicaragua bauen konnte.</p>
<p>Daran erinnerte sich Doris, als sie von der Idee einer Food-Börse las, die über Twitter organisiert wird. Sie fand die Idee sofort reizend und fand schnell in der Pfarrerin eine erste Unterstützerin. Die bot an, dass fürs Erste im Keller des evangelischen Kindergartens ein provisorischer Food-Koop-Laden eingerichtet werden könnte. Auf www.food-koop.de fanden sie brauchbare Hinweise, welche ersten Schritte zum Aufbau eines Food-Ladens sinnvoll sind. Zu Beginn mussten zunächst mindestens 10 Mitglieder gefunden werden, die bereit waren, einen Jahresbeitrag von 100 Eur und zehn Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Monat einzubringen. Die Pfafferin nutzte geschickt ihre Kontakte zu einer Gruppe von Protestanten in Vettweiß, die regelmäßig gemeinsame Auslandsfahrten organisierte und so konnte man bereits nach zwei Monaten die magische Zahl von 10 engagierten Mitgliedern erreichen. </p>
<p>Die erste Bestellung, finanziert aus den 1.000 Eur der ersten Mitglieder, war für alle sehr aufregend. Man brauchte zwei Abende, um festzulegen, was bestellt werden sollte. Das führte aber nicht zum Streit, sondern zu einer interessanten Diskussion über Ernährung, Landwirtschaft und transnationale Food-Konzerne. Dann gings aber los! Ihre Bestellliste incl. Bestellmenge gaben sie über ein Browser-Frontend in den Bestell-Pool der Food-Koop ein. Umgehend wurde die Bestellung automatisiert bestätigt und bereits am nächsten Tag erhielten sie eine E-Mail mit den Angaben, wann die gewünschten Produkte eintreffen würden. Klugerweise hatten sie sich zunächst lediglich auf haltbares Obst- und Gemüse sowie haltbare Hülsfrüchte geeinigt. Ärgerlicherweise gab es aktuell keine Kidney-Bohnen, die Wahrscheinlichkeit, dass es in den drei Tagen noch nachgeliefert werden konnte, lag bei lediglich 35 %.</p>
<p>Für alle überraschend wurde die Food-Koop im Vettweißer Kindergarten bereits nach ein paar Wochen ein voller Erfolg. Zunächst waren es drei Familien aus dem Neubaugebiet (obwohl sie bereits seit 10 Jahren in Vettweiß wohnen, gelten sie noch immer als Neubürger), die mitmachen wollten. Und als Gretchen, die ehemalige Betreiberin der letzten Kneipe im Ort, davon erfuhr und sofort begeistert darüber war, dass sie sich nun nicht mehr die 17 km zum nächsten Lidl von ihrem Schwiegersohn, den sie nicht mochte, fahren lassen musste, sondern wieder zu Fuß einkaufen konnte, da erfuhr es ganz schnell das ganze Dorf &#8212; innerhalb von einem viertel Jahr wuchs die Food-Koop auf 35 Miglieder an. Das Sortiment konnte erweitert werden, die monatliche Arbeit auf 8 Std. gesenkt werden.</p>
<p>Nach einigen Monaten haben sie einen praktikablen Bestellrhythmus gefunden. Viele Produkte lagern auf Waagematten, so dass automatisiert gemeldet wird, wenn der Bestand sich dem Ende zuneigt. Viele Neumitglieder tragen ihre Produktwünsche in Listen ein und geben an, wieviel sie dafür bereit sind zu zahlen. Sie werden immer mutiger und bestellen nun auch Produkte, die schneller verderben können. Die Food-Koop-Bestellsoftware analysiert auch das Bestellverhalten der Vormonate und stellt Rückfragen, wo sinnvoll.</p>
<p>Die Bestellung geht an einen Food-Koop-Server. Dort werden die Bestellungen gebündelt. Food-Broker beobachten  softwaregestützt das Angebot, das über die Erzeuger-Tweets reinkommt. Ist etwas dabei, das interessant ist und gebraucht wird, beteiligt man sich an einer softwaregestützten Versteigerung, wobei der vom Erzeuger genannte Mindestpreis nicht unterschritten werden darf. Eine Stunde nach Versenden des Erzeuger-Tweets ist Auktionsende. Hat der Food-Broker den Zuschlag erhalten, dann sucht er ebenfalls per Versteigerungs-Tweet einen Spediteur. Der Spediteur liefert zu regionalen Knotenpunkten, von da aus werden die Lebensmittel entweder von den lokalen Food-Koop-Betreibern in Eigeninitiative abgeholt oder durch lokale Spediteure, die sich solche Aufträge ebenfalls bei Twitter ersteigern, weiterverteilt. Die Food-Koop-Server sind nicht nur regional und national, sondern auch europäisch und global vernetzt, so dass vor allem die Transportwege effektiv synchronisiert werden können. Die Vernetzung führt auch zu einem internen Zahlungsverkehr und einer Geschäftsrisikominimierung. Rechtlich sind die Food-Koops lokal, regianal und national als genossenschaftliche Vereine (bzw. als NGOs) organisiert. </p>
<p>Nach einem halben Jahr hat die Food-Koop in Vettweiß nun bereits über 80 Mitglieder, der Beitrag wurde auf 45 Eur und die monatliche Arbeitsleistung auf 4 Std gesenkt. Der Keller des Kindergartens wurde bald zu klein und man entschloß sich, das Haus anzumieten, in dem bis vor 20 Jahren der Lebensmittelladen war &#8212; sehr zum Leidwesen der Kindergärtnerin, denn die Kinder hatten großen Spaß an dem Laden im Keller. Und ebenfalls sehr zum Leidwesen des 17 km entfernten Lidls und des 18 km entfernen Aldis. </p>
<p>Von daher verwunderte es die Food-Koop-Mitglieder auch nicht, als die ersten Prozesse gegen die Food-Koop angestrengt wurden. Formal klagte ein Lidl-Filialleiter aufgrund von angeblichen gewerberechtlichen Verstößen, aber schnell wurde klar, dass die Lidl-Konzernführung nahezu 70 Food-Koops in ganz Deutschland mit einer Prozesswelle überzog. In mehreren Regionalzeitungen erschienen plötzlich Berichte über angebliche Hygieneprobleme in den Food-Koops. Die Schließung einer Food-Koop durch das Gesundheitsamt wurde sogar in den WDR-Regionalnachrichten in einem 1,30 min-Bericht gebracht.</p>
<p>Seit drei Wochen läuft ein Prozess vor dem Europäischen Gerichtshof, angestrengt vom deutschen Bundeswirtschaftsministerium. Die Food-Koops verstoßen seiner Meinung nach gegen internationale Handelsabkommen und gefährden damit den freien Welthandel. </p>
<p>(leider alles fiktiv)</p>
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		<title>Twitter Lists - die kleine, unauffällige Revolution</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 11:46:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Online-Welt]]></category>

		<category><![CDATA[Microblogging]]></category>

		<category><![CDATA[Syndication]]></category>

		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

		<category><![CDATA[Twitter-Lists]]></category>

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		<description><![CDATA[Twitter Lists: eine Neuerung in bester Twitter-Tradition. Ohne Marketing-Gebrabbel eingeführt, noch ohne exakte Bestimmung, benutzungsfreundlich. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Neuerung in bester Twitter-Tradition: ohne Marketing-Gebrabbel eingeführt, noch ohne exakte Bestimmung, benutzungsfreundlich. </p>
<p>Wie es funktioniert,ist <a href="http://thenextweb.com/2009/10/16/twitter-lists-work/">hier</a> beschrieben und <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/10/30/twitter-listen-wie-geht-das-und-was-soll-das-ueberhaupt/">hier</a> und <a href="http://www.bloggezwitscher.de/ein-einblick-in-das-neue-listen-feature-bei-twitter/">hier </a>.</p>
<p>Vollkommen zu recht wurde Twitter Lists an prominentester Stelle platziert: neben meine &#8220;following&#8221; und meine &#8220;followers&#8221; (die beschissenen Begrifflichkeiten bei Twitter führen häufig bei Einsteigern zur Verwirrung). Mit Twitter Lists wird eine zusätzliche Ordnungs- bzw. Sortier- bzw. Filterfunktion eingeführt. Fast alle Funktionen gab es bisher auch, nun wurden sie in einem neuen, dritten Menüpunkt zusammengefasst.<br />
Wirklich neu &#8212; wenn überhaupt &#8212; ist das bequeme Verfolgen von Twitterern, die man gar nicht abonniert haben muss, quasi Followers 2. Grades. Oder 3., 4., 5. Grades, wie man es möchte. </p>
<p>Die Lists helfen natürlich bei der Sortierung der eigenen Followers, man kann sich damit jede Menge Unterverzeichnisse/Schubladen erstellen und diese bequemer überblicken. Etliche externe Twitter-Client werden zukünftig wieder arbeitslos, weil gerade die bisher das Bedürfnis nach Häufchenbildung befriedigt hatten.</p>
<p>In den kommenden Wochen und Monaten werden die Sammler unter den Twitteren eine neue Ordnungsebene, eine neue Verzeichnisebene in das Twitterversum einziehen, die dabei hilft, zukünftig leichter in die Twitterwelt einsteigen zu können, weil man nicht nur nach Leuten, sondern auch nach Themen/Tags/Regionen/Gruppen usw. suchen kann. Ich kenne diese Häufchenstrategie aus den Tauschbörsen. Suchte ich noch vor ein paar Jahren nach &#8220;Hey Jude&#8221;, so lernte ich mit der Zeit, dass ich mit &#8220;Beatles - complete Discography&#8221; besser bedient wurde. Diese Complete-Discography-Häufchen wurden auch mit der Zeit von anderen Tauschbörsler erst gebildet, sie waren nicht von Beginn an da. Aber einmal in der Online-Welt, sind sie nicht mehr so schnell wegzukriegen.</p>
<p>Meta-Listen, gebildet aus den Twitter Lists, werden schon bald wie die Pilze aus dem Boden schießen, <a href="http://listorious.com/">hier </a>einer der ersten Dienste dazu. Content-Syndication wird ein weiteres Einsatzgebiet für die Listen. Erste Versuche damit kann man sich <a href="http://www.huffingtonpost.com/2009/10/29/world-series-game-2---liv_n_339049.html?nsup">hier </a>anschauen. Voraussetzung für die Meta-Listen und für die Syndication ist eine offene Twitter Lists API. </p>
<p>Twitter Lists sind auch eine Art geronnene Hashtags, also einen Ticken stabiler als die mit Hashtags geschaffenen Sende- und Empfangskanäle. Ad-hoc-Kanäle konnte/kann man auch jederzeit mit Hashtags aufbauen und anschauen, aber ihnen haftet immer etwas Flüchtiges an. Lists bekommen die Stellenwert von festen TV-Sende-Knöpfen anstelle des Durchzappens.</p>
<p>Twitter Lists beschleungien die Twitter-Knotenbildung. Wer bereits Twitter-Platzhirsch bzw. -kuh ist, wird noch mehr Aufmerksamkeit bekomme. Die Domainisierung, die für die neue Ordnungs- und Sortierebene der Twitterwelt schreitet voran. &#8220;twitter.com/timoreilly&#8221; steht bereis für seriöse, fundierte Tweets. Wer zu den Followern von Tim OReilly gehört, der informiert sich bereist recht bequem über interessante Web- und IT-Trends. Zukünftig wird auch die Sub-Domain twitter.com/timoreilly/Web (und /Perl und /iPhone und /ebook und&#8230;) Bedeutung gewinnen &#8212; und damit auch der Twitter-Knoten Tim O&#8217;Reilly. </p>
<p>Das kleine, aber feine Feature &#8220;public or private&#8221; wird dazu führen, dass erstmalig Geschäftsmodelle entstehen, die auf Twitter aufsetzen, und mit denen man reales Geld verdienen kann.</p>
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		<title>130k gegen #zensursula</title>
		<link>http://www.struwwwelpeter.de/2009/06/20/130k-gegen-zensursula/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 23:41:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<category><![CDATA[Online-Welt]]></category>

		<category><![CDATA[#zensursula]]></category>

		<category><![CDATA[25c3]]></category>

		<category><![CDATA[Grundrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich 2008 das erste Mal von den Sperrplänen der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hörte, dachte ich mir: Ach Gott, sind denn schon wieder Wahlen? Und sofort fielen mir die lächerlichen Zensurversuche von Büssow (führte 2002 umfangreiche Sperrverfügungen gegen Provider in NRW ein - wollte damit für seine SPD-Kandidatur 2002 punkten - verschissen) ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich 2008 das erste Mal von den Sperrplänen der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hörte, dachte ich mir: Ach Gott, sind denn schon wieder Wahlen? Und sofort fielen mir die lächerlichen Zensurversuche von Büssow (führte 2002 umfangreiche Sperrverfügungen gegen Provider in NRW ein - wollte damit für seine SPD-Kandidatur 2002 punkten - verschissen) ein und ich glaubte, das von der Leyen damit lediglich kurzfristige Aufmerksamkeit erreichen wollte. Ihr wird schon bald die technische Sinnlosigkeit von Fachleuten klar gemacht, dachte ich mir&#8230;</p>
<p>Während des 25c3 entwickelte sich die Hauptargumentation gegen die absurden Sperrphantasien der Familienministerin: technisch nutzlos, führt zum Einstieg in eine Internet-Zensurstruktur, Kindermissbrauch bekämpfen - löschen statt sperren. Diese wohl begründente Botschaft wurde in den nächsten Wochen in die elektronischen Postfächer und Ohren der aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger getragen. Ich freute mich darüber, dass sich in der Commmunity der aufgeklärten Internetnutzer anerkannter Persönlichkeiten des Themas annahmen und hervorragende Aufklärungsarbeit gegen die Internet-Sperrpläne publizierten. Wer sich mit dem extrem schwierigen Thema &#8220;Kindermissbrauch im Internet&#8221; ernsthaft beschäftigen wollte, der wurde hier fündig, einfach &#8220;internetsperren von der Leyen&#8221; gegoogelt. Hervorragende Bildungsarbeit, die mit dem Handwerkszeug der Blogosphäre solide in der Online-Welt verschlagwortet und damit verankert wurde. </p>
<p><strong>Vom Heimatschutz zum Familienschutz</strong><br />
Und dann erst kapierte ich: von der Leyen blockt alle Argumente ab, will keine Auseinandersetzung nach demokratischen Spielregeln, grinst nur in die Kameras. Das ist keine kurzfristige Aufmerksamkeitsstrategie, sondern das ist das Programm einer organisierten derb-konservativen Politströmung. Da sind sendungsbewußte Menschen am Werk, da sind Bonsei-Bushs unterwegs: Vom Heimatschutz zum Familienschutz. Familie als Bollwerk gegen das Böse. Das ist das aktuelle Vehikel, um den Abbau von Bürgerrechten zu rechtfertigen, um antidemokratisch zu wirken. Vorgestern RAF, gestern Taliban, heute Kinderporno &#8212; die Begründungen wechseln, der Abbau demokratischer Grundrechte bleibt. </p>
<p>Als #zensursula in Twitter die Laola machte, erreichte die Kommunikation der Internetsperren-Gegner eine neue Qualität. #zensursula wurde für dieses Medium so etwas wie &#8220;wir sind das Internet-Volk&#8221; &#8212; Auf unserer Seite ist die Aufklärung und das Recht! Es wurde eine politische Handlung, einen #zensursula-Tweet zu retweeten. (Früher habe ich leicht beduselt neben einem Matrizengerät Flugblätter durchgezogen, maximal 100 hielten eine Matrize durch, heute retweete ich an einen großen Verteiler mit einem Klick. Das nenn ich technischen Fortschritt. Allerdings hat die Matritze leckerer gerochen.) </p>
<p>Und immer weiter zogen es die Groß-Koalitionäre durch &#8212; begleitet lediglich von schrillen Zwischenepisoden wie die Tauss-Affäre, ominöse Meinungsbefragungen und Stutenbeißereien zwischen von der Leyen und Zypries. Die Diskussionen, die Erkenntnisse der Online-Welt wurde abgeblockt an der Offline-Grenze geblockt. Geballtes und aggregiertes Wissen wurde nicht zur Kenntnis genommen, weder von politischen Entscheidungsträgern noch von den bürgerlichen Medien. </p>
<p>Die ePetion metrisierte die junge #zensursula-Bewegung. Von Tag zu Tag wuchs die Zahl der Mitunterzeichner gegen die Internetsperren an und zeigte den an ihren Monitoren isolierten Online-Unterzeichnern, dass sie nicht allein waren. Dieser Moment ist für jede Bewegung wichtig: sehen und fühlen, dass man nicht allein ist. Das brachte auch einen sportlichen Pfiff in die Sache, die Zahlen wurden zum Twitter-Morgensport, das Gefühl von &#8220;Wir sind viele, die das Spiel hinterschaut haben&#8221; wuchs immer weiter an. #phallusfetisch</p>
<p><strong>Der antidemokratischer Mob lauert schon</strong><br />
Nichts half, das Ding ist seit gestern durch &#8212; abgezockt wurde das Gesetz im Schweinsgalopp durch den parlamentarischen Regelparcour gejagt. Zensurstrukturen werden im Internet installiert. Und der antidemokratische Mob lauert bereits auf den nächsten Amoklauf, auf den nächsten diletantischen Sprengstoffanschlag, auf den nächsten Brandanschlag gegen ein Tierlabor, um die Sperrliste zu erweitern. Eine Sperrliste, die einer demokratischen Kontrolle entzogen wird.</p>
<p>130k Unterzeichner bleiben. Sie zeigen das Mobilisierungspotential auf, das gegen den weiteren Abbau von Bürgerrechten gewonnen werden kann. Selbstbestimmte, aufgeklärte Bürger im Internet: gut informiert, gut geschult, gut vernetzt. Sie haben innerhalb weniger Monate eine Gegenöffentlichkeit und Netzwerke gegen die Hinterzimmer-Politik der großen Koalition organisiert. Seit etlichen Jahren habe ich nicht mehr so politische Auseinandersetzung erlebt, die in den letzten Tagen viele meiner Online-Bekannten emotional stark berührt hat. Gleichzeitig habe ich Bekannte, denen diese Auseinandersetzung gänzlich am Arsch vorbei geht. Es interessiert sie nicht, was in der Online-Welt passiert. </p>
<p>In der Diskussion darum, wie es mit dem Widerstand gegen das Gesetz nun weitergeht, setzen viele auf eine Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht. Nur zu. Aber so wenig wie das Ding in der Online-Welt entschieden wird, so wenig wird das Ding in Karlsruhe entschieden. Das Ding wird mitten in dieser Gesellschaft entschieden. </p>
<p>Das ist der Tweet, den 130k aufgeklärte Multiplikatoren ab heute retweeten müssen: Zensur im Internet richtet sich gegen die gesamte demokratische Gesellschaft. Aufgeklärung und freie Meinungsäußerung statt Zensur.<br />
(19.6.09)</p>
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		<title>Wolfram&#124;Alpha - Hilfe, ein neues Stundengrab</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 08:27:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<category><![CDATA[Internet]]></category>

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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende ging wolfram&#124;alpha online. Und ich hing sofort auf der Webseite (wolfram&#124;alpha) und wollte es nur kurz ausprobieren - es wurden dann drei Stunden, die ich daran festhing.
Ein gewöhnungsbedürftiger, mächtiger und zukunftsträchtiger Ansatz, die im Internet vorliegenden Informationen über eine (englischsprachige) umgangssprachliche Abfrageform zu erfassen.
Ausprobieren!
Am ehesten klappt es über die umfangreiche Example-Sammlung auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende ging wolfram|alpha online. Und ich hing sofort auf der Webseite (<a href="http://www.wolframalpha.com">wolfram|alpha</a>) und wollte es nur kurz ausprobieren - es wurden dann drei Stunden, die ich daran festhing.</p>
<p>Ein gewöhnungsbedürftiger, mächtiger und zukunftsträchtiger Ansatz, die im Internet vorliegenden Informationen über eine (englischsprachige) umgangssprachliche Abfrageform zu erfassen.</p>
<p>Ausprobieren!</p>
<p>Am ehesten klappt es über die umfangreiche Example-Sammlung auf der Webseite, die gewöhnungsbedürftige Frageform zu erlernen.</p>
<p>Vorschläge, um die Leistungsfähigkeit auszuprobieren:</p>
<p>- weather $month $day $year $birthplace (deine Daten eintragen) -> und schon wird dir angezeigt, wie das Wetter an dem Tag war, an dem du geboren wurdest<br />
- 978-3-89721-896-3 -> einerseits -89645, aber auch wird ein Bar-Code erstellt<br />
- Frankfurter Allgemeine Zeitung vs Süddeutsche Zeitung -> vergleicht die Auflagenhöhe<br />
- biggest city<br />
- n-grams &#8220;es ist Montag morgen&#8221;</p>
<p>Es gibt viele Situationen, in denen dieser Ansatz (knowledge engine) zeitsparender ist, als über Google zu suchen. Wolfram|Alpha wird sich schnell etablieren und zu einem bedeutsamen Internet-Werkzeug werden.</p>
<p>Vorsicht! Ein Stundengrab!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Was geht hier ab in Deutschland?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 May 2009 13:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>

		<category><![CDATA[Bailout]]></category>

		<category><![CDATA[Bankenkrise]]></category>

		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>

		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>

		<category><![CDATA[Wirtschaftskriminalität]]></category>

		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Beitrag habe ich am 30.09.2008 hier veröffentlicht. 
Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht geglaubt, das alles noch viel krasser kommt. 
Was geht hier ab in Deutschland?!
Geht es um die Fußball-WM, wo wir unsere Fußballnationalmannschaft retten müssen? Wo wir uns so komische schwarz-rot-goldene Girlanden überstreifen und mit Nationalfähnchen winken und wie ein Mann hinter der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Beitrag habe ich am 30.09.2008 <a href="http://struwwwelpeter.soup.io/">hier </a>veröffentlicht. </p>
<p>Ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht geglaubt, das alles noch viel krasser kommt. </p>
<p><strong>Was geht hier ab in Deutschland?!</strong></p>
<p>Geht es um die Fußball-WM, wo wir unsere Fußballnationalmannschaft retten müssen? Wo wir uns so komische schwarz-rot-goldene Girlanden überstreifen und mit Nationalfähnchen winken und wie ein Mann hinter der Mannschaft stehen sollen?</p>
<p>Nein, es geht darum, dass Banken und andere privat geführte Finanzunternehmen mit Milliardenbeträgen aus Steuermitteln gestützt werden und uns das als Maßnahme verkauft werden soll, als wäre es gut für uns, so als würde die deutsche Fußballnationalmannschaft ein Tor schießen und wir ins Viertelfinale einziehen.</p>
<p>Nein, hier geht es nicht um &#8220;wir&#8221;, hier geht es um die Reichen, die bisher steuerbefreite Gewinne unvorstellbaren Ausmasses einfahren konnten und die so gierig waren, dass sie sich verzockt haben. Wie ein Geld-Junkie. Und es geht um die Normalen und nicht Besitzenden, die brav ihre Steuern zahlen und keine unvorstellbaren Gewinne eingefahren haben. Die aber jetzt die Zeche der Geld-Junkies zahlen müssen. Nichts da mit &#8220;wir&#8221;, nichts da mit &#8220;das passiert in unserem Interesse&#8221;, nichts da mit &#8220;Stützung des nationalen Finanzmarktes&#8221;, nichts da mit &#8220;alle müssen ihren Beitrag zur Stützung des Finanzwesens leisten&#8221;. Es sind Unternehmen in Privatbesitz, es sind Firmen, die reichen und superreichen Familien in Deutschland gehören. Nix da mit &#8220;wir&#8221;.</p>
<p>Jahrelang wurden sozialen Forderungen nach Maßnahmen gegen Kinderarmut und gegen faulenden Zähne mit dem Hinweis auf einen ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2011 gedeckelt. Und jetzt? Jetzt werden Steuergelder in private Unternehmen gepumpt, um die zu stützen. Wer wird denn da gestützt? Wir hatten nichts davon, dass diese Privatfirmen unvollstellbare Gewinne einfuhren, ihre Gewinne waren stets multinational und steuerfrei, vogelfrei. Was passiert mit dem Geld? Seh ich da was von wieder? Nee.</p>
<p>Alles wird begründet mit einem ominösen Domino-Effekt. Was passiert denn, wenn HRE vom Markt verschwindet, weil sie sich verzockt haben? Der Domino-Effekt ist nichts als eine These, ein finanzwirtschaftlich umstrittene These. Aber es reicht, um in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mal eben 26 Mrd Eur Steuergelder abzupumpen.</p>
<p>Was geht hier gerade ab in Deutschland?</p>
<p>Wer wehrt sich gegen die Plünderung unseres Volkseigentums? Warum schweigen die Gewerkschaften dazu? Warum werden keine Montags-, Dienstags und von mir aus auch Freitagsdemonstrationen organisiert? Was pennt die Linke?</p>
<p>Hier geht gerade was Unglaubliches vor sich. Hier wird das &#8220;Fußball-Wir&#8221; missbraucht, um reichen Familien die Siebt-Villa in Kroatien zu sichern, die sie vielleicht verlieren würden, weil sie den Hals nicht vollkriegen konnten und immer höhere Risiken mit Aussicht auf noch unvorstellbarere Gewinne einzufahren.</p>
<p>Es gibt kein &#8220;Wir&#8221; in der Bankenkrise. &#8220;Wir&#8221; gibts nur beim Fußball. Jetzt geht es darum, das Geld zu retten, das &#8220;wir&#8221; so dringend brauchen, um eine solidarische, am Gemeinwohl ausgerichtete Gesellschaft zu erhalten. Mit gesunden Zähnen - und mit einer Breitensportförderungen, auf dass &#8220;wir&#8221; bei der nächsten WM endlich wieder Weltmeister werden. Dann feier ich gern mit den Reichen gemeinsam.Egal, ob bei mir im Wohnzimmer oder bei denen in der Villa mit Meeresblick. Hauptsache, der Ball liegt im richtigen Tor. </p>
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		<title>Die zehn größsten Twitter-Fehler</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 15:01:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Online-Welt]]></category>

		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Inhaltslose Tweets a la &#8220;Ich gehe jetzt schlafen&#8230;&#8221;
2. Inhaltlose Retweets a la &#8220;rt @nichtssager: Ich gehe jetzt schlafen&#8221;
3. Bei Twitter-Einsteigern besonders beliebt: Die  Direct-Message-Funktion als Chat-Werkzeug benutzen.
4. #Jeden #Tweet #mit #Hashtags #überfrachten #und #das #besonders  #originell #finden.
5. Das default-Icon von Twitter verwenden (braun, zwei Kreise, ein Strich)
6. Jedem followen, der nicht bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Inhaltslose Tweets a la &#8220;Ich gehe jetzt schlafen&#8230;&#8221;</p>
<p>2. Inhaltlose Retweets a la &#8220;rt @nichtssager: Ich gehe jetzt schlafen&#8221;</p>
<p>3. Bei Twitter-Einsteigern besonders beliebt: Die  Direct-Message-Funktion als Chat-Werkzeug benutzen.</p>
<p>4. #Jeden #Tweet #mit #Hashtags #überfrachten #und #das #besonders  #originell #finden.</p>
<p>5. Das default-Icon von Twitter verwenden (braun, zwei Kreise, ein Strich)</p>
<p>6. Jedem followen, der nicht bei Drei auf dem Baum ist.</p>
<p>7. Nicht zurück followen.</p>
<p>8. Einen Non-Twitterer von Twitter überzeugen wollen</p>
<p>9. Zu glauben, man gehöre zu einer Info-Elite, nur weil man täglich ein  paar Tweet liest und dann retweetet.</p>
<p>10. Zu glauben, man wäre noch elitiger, indem man sich überall laut über  den Twitter-Hype aufregt.</p>
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